Ein Jahr in der Milchschäferei

Frühjahr:

Die Frühjahrsarbeit beginnt bei uns bereits Ende Januar mit der Geburt der ersten Lämmer. Im Stall erwarten 83 Muttertiere ihre Lämmer. Die erste Geburt ist der Auftakt des Jahresverlaufes und immer etwas besonderes. Nun geht es langsam voran, nach und nach werden die Lämmer geboren. Es gibt viele wundervolle Momente, aber auch Situationen in denen wir eingreifen müssen und die Natur ihr leidvolles Gesicht zeigt.

 

Die Muttertiere werden 2-3 Tage mit ihren Lämmern in eine Einzelbox gesperrt, damit sie sich in Ruhe erholen und aufeinander einstellen können. Danach kommen sie in den Kindergarten. Hier stehen immer 12 Muttern mit ihren Lämmern. In der Regel gebärt jedes Schaf 2 Lämmer. Die älteren Schafe auch oft 3. Hier werden jeweils die schwächsten Tiere sofort von der Mutter getrennt, denn sie haben weniger Chancen an die Milch zu kommen und oft gibt es Kämpfe um das Euter, mitunter führt dies zu heftigen Verletzungen des Euters, was schmerzhaft für das Muttertier ist und das Euter manchmal auch gänzlich zerstört. Damit auch die schwächsten Lämmer eine Lebenschance erhalten,  kommen sie  zu jeweils fünf Lämmern in eine Lammbucht und bekommen Milch in Eimern mit Nuckeln.

 

Täglich werden alle Euter kontrolliert und nachgemolken, damit es keine Euterentzündungen  gibt. Nach 7 Tagen kommen die Schafe mitsamt ihren Lämmern in die Herde. Bis zum Ende der Lammzeit ist der Stall getrennt in die Herde mit Lämmern und die Muttertiere die noch lammen werden. Sobald die Muttertiere fressen und der Stall so größere Freiflächen preisgibt, fangen die Lämmer an zu toben und spielen fangen. Je größer die Lämmeranzahl desto turbulenter geht es im Stall zu. Die Lebendigkeit und die pure Lebensfreude ist im ganzen Stall zu spüren und dies macht die Zeit zu einer der schönsten des Jahres.

 

Sobald die Sonne scheint,  können die kleinen und großen Schafe auf die Weide und tollen im Frühlingsschein herum. Die Rufe der Mütter und das Antworten der Kleinen erfüllt die Gegend.

 

Während Sibylle Himstedt den Tag in der Käserei mit der  Käseherstellung verbringt, läuft auch der Ackerbau auf vollen Touren. Es wird gestriegelt, um das Unkraut klein zu halten. Weideflächen gemäht, siliert oder verheut und alles wieder eingefahren. Die Getreideernte kommt hinzu und das Winterfutter wird immer mehr.

 

Auf dem Acker beginnen nun die Frühjahrsarbeiten, es wird Gras und Korn gesät und die Weiden gepflegt.

 

Nach 4-6 Wochen werden die Lämmer behutsam von den Muttertieren getrennt. Die Schafe werden gemolken, die Milch verkäst und die Lämmer kommen schon bald auf größere Naturschutzflächen und wachsen dort langsam heran.

 

Den ersten Käse könne Sie ab Mitte/Ende Februar bei uns im Hofladen beziehen oder bei unseren Abnehmern.

 

Die Lämmer werden auf immer neue Weiden gebracht, täglich gesteckt und wachsen langsam auf. Es gibt nun zwei Lämmergruppen- die weiblichen und die männlichen Tiere. Wir wählen Tiere für die Nachzucht aus , die auf dem Hof verbleiben werden.


Sommer

 

Nach einem turbulenten Frühjahr geht das Jahr nun weiter in einen arbeitsreichen Sommer. Die Käserei läuft auf Hochtouren. Der Tag startet früh am Morgen und endet spät am Abend mit dem täglichen Melken. Das Melken findet mobil auf den Weiden statt. Dort steht ein großer Melkstand der etwa alle 2 Wochen mitsamt den Schafen die Weide wechselt.

 

Im Juni werden die Schafe nochmals geschoren und die Klauen gepflegt.

 

Ab August beginnt es mit den Schlachtungen. Wir bringen die Tiere zu Schlachtereien mit Biozulassung und vermarkten sie regional an unsere Wiederverkäufer und direkt im Hofladen.

 

Im August werden die Mutterschafe in Gruppen aufgeteilt und verschiedene Böcke kommen für 6-8 Wochen dazu, fünf Monate tragen die Schafe bis zur Lammung.

 

 

 

 

Herbst

Langsam werden die Tage wieder dunkler und kürzer. Das Melken beginnt später, da wir auf der Weide ans Tageslicht gebunden sind. Die Milchmenge geht zurück und es wird nur noch morgens gemolken, danach verkäst.

Die Lämmergruppen werden weiterhin täglich gesteckt und auf verschiedene Weideflächen gebracht.

Weiden werden nachgemäht, Schafe auf die immer wechselnden Flächen gefahren, das Winterfutter wird immer mehr und mehr und muss ordentlich gelagert werden..

Der Acker wird für das nächste Jahr vorbereitet oder eingesät.

Der Stall wird langsam winterfest gemacht.

Auf den Streuobstwiesen werden Äpfel geerntet und zu Saft verarbeitet.

 

Winter:

Der Winter ist für die Natur- Pflanzen, Tiere und Menschen- eine Ruhezeit. Viel zu oft wird das vergessen. Bei uns beginnt es ruhiger zu werden mit dem Ende der Melkzeit. Die Schafe geben nur noch wenig Milch, sie haben schon die Lämmer im Bauch. Wir beenden die Saison. Die Schafe kommen auf weite Winterflächen und müssen nur noch jeden Tag weitergesteckt werden. Bis sie - je nach Witterungsverhältnissen- Mitte Dezember in den Stall einziehen. Ihre Wolle ist bereits wieder dick und füllig, sie werden nun geschoren, damit die Lämmer das Euter gut finden können und die Melksaison im kurzem Kleid beginnt.

Nun beschränkt sich die Hofarbeit vor allem auf die Versorgung der Schafe und alle Arbeiten die in der Fülle des Sommers liegengeblieben sind, wie Baumaßnahmen, Reparaturen, Gehölze setzen und vieles mehr. Außerdem geht die Schlachtung der Lämmergruppen weiter bis in den Frühling hinein.

Im Winter können sie vor allem folgende Produkte kaufen: Lammfleisch und -wurst, Felle und länger gereifter Käse.